hospitalitycompetence

kategorie: Marktdaten (10)

Quick Check: Mannheim

Oft bekommt hcb Anfragen, in denen es um eine erste Potentialeinschätzung für einen bestimmten Standort geht. Meist machen wir in diesen Fällen zunächst einen sogenannten Quick Check, um eine mögliche Hotelansiedlung kurz und knackig nach den wichtigsten Kriterien zu beurteilen. Zusammengefasst werden die Ergebnisse in einem übersichtlichen Fact Sheet. Bei positivem Ergebnis führen wir eine tiefergehende Markt-, Standort- und Wettbewerbsanalyse für unsere Auftraggeber durch.

In einem unserer letzten Quick Checks befasste sich unsere Mitarbeiterin Roxan Schabmair mit einem Standort in Mannheim. Die Universitätsstadt schnitt dabei recht gut ab, wie sie in der Zusammenfassung der Ergebnisse sehen können.*

  • Die Stadt Mannheim bietet als Universitäts- und Industrie-/Wirtschaftsstandort in der Metropolregion Rhein-Neckar gute Makro- und Mikrostandortbedingungen für die Hotellerie.
  • Sowohl auf Nachfrage- als auch auf Angebotsseite konnte in den letzten Jahren ein konstantes Wachstum verzeichnet werden. 2014 wurden 1,19 Mio. Übernachtungen (+18% seit 2010) und 7.192 Betten (+11% seit 2010) erfasst.Mannheim - Angebot und Nachfrage Hotellerie - hcb Quick Check -hcb blog Mannheim - Angebot und Nachfrage Hotellerie - hcb Quick Check -hcb blog
  • Die internationale Kettenhotellerie ist in weiten Teilen bereits in Mannheim vertreten (bspw. Intercity, Ramada, Wyndham, ibis budget, Dorint, Leonardo), insbesondere im 4-Sterne-Segment.
  • Vor dem Hintergrund der Angebots- und Nachfragedaten sowie der Lage in der Metropolregion Rhein-Neckar und den zahlreichen ansässigen Unternehmen weist Mannheim eine positive, touristische Entwicklung auf.

Ob und mit welchem Konzept ein neues Hotelprodukt am Standort Mannheim positioniert und nachhaltig wirtschaftlich betrieben werden könnte, bliebe nun, insbesondere auch im Hinblick auf einen möglichen, konkreten Mikrostandort, in einer ausführlichen Analyse zu untersuchen – unser Fachgebiet!

 

*Den Mikrostandort haben wir hier aus Diskretionsgründen herausgenommen

Tipptopp: Ferienhotellerie Deutschland

Anfang Juli kam die neueste Ausgabe der Cost & Logis CheckUp heraus, in der hcb wie in den letzten Jahren den Markt der Ferienhotellerie vorstellte. Um den stand es auch in 2014 wieder sehr gut.

Einige der Ergebnisse unserer Analyse haben wir hier für Sie zusammengefasst:

  • Deutschland verzeichnete mit 224,1 Mio. Übernachtungen in 2014 zum fünften Mal in Folge einen Rekord (+13,0 Mio. bzw. +3% gegenüber dem Vorjahr); dabei gab es sowohl bei Gästen aus dem In- als auch aus dem Ausland einen Zuwachs
  • Die Urlaubsreisen ab fünf Tagen Dauer hielten sich stabil auf etwa 70 Mio., die von knapp 55 Mio. deutschen Reisenden (ab 14 Jahren) unternommen wurden
  • Die Gesamtausgaben für Urlaubsreisen waren 2014 mit 67 Mrd. so hoch wie nie; die Ausgaben pro Person und Urlaubsreise sind im Vergleich zum Vorjahr von 906 € auf 958 € wieder gestiegen
  • Deutschland ist wiederholt das beliebteste Reiseland der Deutschen: knapp 30% der Urlaubsreisen gingen ins Inland; auf den nächsten Plätzen folgten Spanien (13,5%), Italien (7,8%), die Türkei (7,0%) und Österreich (4,8%)
  • Innerhalb Deutschlands stieß Mecklenburg-Vorpommern (6,0%) Bayern (5,9%) vom Thron, die Plätze drei bis fünf blieben zu 2013 unverändert mit Schleswig-Holstein (4,2%), Niedersachsen (4,0%) und Baden-Württemberg (2,6%)
  • Bei der Verteilung der Übernachtungen auf deutsche Urlaubsgebiete verzeichnete insbesondere die Ostsee einen hohen Zuwachs (+8,3% gegenüber 2013) – hier scheinen die Angebotsverbesserungen und Marketingmaßnahmen Früchte zu tragen
  • Städtetrips sind weiterhin auf dem Vormarsch, allerdings mit durchwachsener Dynamik
  • Bei rund 48% der 70,3 Mio. Urlaubsreisen im In- und Ausland wählten die Deutschen Hotels und Gasthöfe; im Inland lagen wie in den letzten Jahren Ferienwohnungen deutlich vorne bei der Wahl der Unterkunft, aber die Hotellerie gewinnt weiter an Bedeutung
  • Deutschland ist zum zweitgrößten Markt für Hochseekreuzfahrten aufgestiegen: in 2014 unternahmen 1,77 Mio. Deutsche eine Kreuzfahrt – 2013 waren es noch 1,69 Mio.; innerhalb von zehn Jahren hat sich das Passagieraufkommen mehr als verdreifacht

Weitere Daten zum deutschen Ferienhotelleriemarkt – unter anderem die größten Anbieter von Ferienhotels in Deutschland oder die interessantesten Eröffnungen der letzten und kommenden Monate – sowie ein aufschlussreiches Interview mit dem Vorsitzenden der Geschäftsführung der Hapag-Lloyd Kreuzfahrten, Herrn Karl J. Poker, finden Sie in unserem Beitrag in der CheckUp 2015 der Cost & Logis.


(Quelle: LL&J Verlag)

Rückblick: 7. Deutscher Hotelimmobilien-Kongress 2015

7. Deutscher Hotelimmobilien-Kongress - hcb - 2015
Beim 7. Deutschen Hotelimmobilien-Kongress am 25. und 26. Juni 2015 im Hotel Atlantic Kempinski drehte sich alles um Standorte, Marken und Konzepte. Denn bei ausländischen und inländischen Investoren stehen Hotelimmobilien derzeit hoch im Kurs.

Betreiber, Projektentwickler und Investoren diskutierten, präsentierten und tauschten sich dazu aus, welcher Markt am stärksten wächst, wie man den Wert eines Hotels langfristig sichert und welche Standorte, Marken und Konzepte Erfolgsgaranten sind.

Am ersten Kongresstag übernahm unser geschäftsführender Gesellschaft, Olaf Steinhage, den Vorsitz und ließ es sich nicht nehmen, die kleinen Geheimnisse der Branche und der Topreferenten auf eine nette Art zu hinterfragen. „Das macht nicht nur Spaß, sondern oft auch den Unterschied, wenn es darum geht, den Dingen auf den Grund zu gehen!“, so Steinhage.

Unser Prokurist, Jan Winterhoff  widmete sich in seinem Vortrag der Frage, wie Projekte Marken finden bzw. welche Standorte zu welchen Konzepten passen.  Er fand dazu folgende, zusammenfassende Antwort:

„Es drängen zum einen viele neue Produkte auf den Markt, zum anderen expandieren aber auch bestehende und etablierte Produkte weiter. Das führt dazu, dass es insbesondere in A-Lagen zu einem Wettbewerb um die besten Standorte kommt. Dabei ist die zentrale Lage nicht mehr nur der Grand-Hotellerie vorbehalten, denn aus immobilienwirtschaftlicher Sicht sind auch Budget Hotels starker Marken für Investoren und Projektentwickler immer interessanter. So kommt es, dass auch Budget-Produkte vermehrt in A-Lagen zu finden sind (Beispiele: Motel One City West, ibis Hotel Alster, Generator Hostel Hamburg Hauptbahnhof).“

Insgesamt haben wir unter anderem folgende Informationen aus den zwei Kongresstagen mitgenommen:

  • 2014 wurden Hotels im Wert von 3 Mrd. Euro ge- bzw. verkauft, was einen Anstieg von 80% gegenüber dem Vorjahr ausmacht; in 2015 haben bereits 1,5 Mrd. den Besitzer gewechselt
  • Investiert wird vor allem in A-Lagen in Metropolen und vor allem im 3- und 4-Sterne-Segment
  • Was Investitionen in Hotelimmobilien angeht, sind Banken offener als noch vor ein paar Jahren; dennoch stehen sie neuen (unerprobten) Konzepten nach wie vor kritisch gegenüber; ausschlaggebend sind immer die Lage und ein guter Standort, ebenso wie eine Anfangsrendite von mindestens 6%
  • Insgesamt ist ein hohes Angebotswachstum zu verzeichnen; München führt mit +8,8% bzw. +4.000 Betten in den nächsten zwei Jahren die Liste an; Frankfurt, Hamburg und Berlin liegen bei über fünf Prozent, Düsseldorf bei über vier Prozent;
  • Auch Sekundärstandorte holen auf, zum Beispiel Nürnberg und Stuttgart
  • Ausschlaggebend für das starke Bettenwachstum sind insbesondere die Franchise-Modelle der großen Ketten
  • Gleichzeitig ist die Übernachtungsnachfrage weiterhin steigend; München, Hamburg und Berlin gehören zu den Top15 in Europa;
  • Durch das für die nächsten Jahre prognostizierte, positive Wirtschaftswachstum in den europäischen Quellmärkten ist auch weiterhin mit einer steigenden Nachfrage zu rechnen

 

PS: Sie haben Jan Winterhoffs Präsentation verpasst oder möchten noch einmal einen Blick hineinwerfen? Kein Problem! Sie steht Ihnen hier zum Download zur Verfügung:
Präsentation Jan Winterhoff beim 7. Deutschen Hotelimmobilienkongress 2015

PPS: Mehr Informationen zum Kongress finden Sie auf der Homepage der Conference Group. Und hier haben wir noch einen Artikel aus der Welt online verlinkt, der ein paar Ergebnisse vom Hotelimmobilienkongress aufgreift: Eine Milliarde Euro für neue Hotelprojekte in Hamburg

 

 

 

 

 

Cost & Logis Check Up 2014 – Ferienhotelmarkt Deutschland

Erarbeitet von Roxan Schabmair, Werkstudentin, und Alexandra Herget, Junior Consultant

Die Check Up-Ausgabe der Fachzeitschrift Cost & Logis bietet jedes Jahr wieder interessante Informationen zum Hotelmarkt Deutschland – Ende Juni ist die diesjährige Ausgabe erschienen.

Und auch in diesem Jahr hat hcb wieder den Ferienhotelmarkt in Deutschland für Sie analysiert.

Die Ergebnisse des Beitrags in aller Kürze:

  • 2013 wurde wieder ein neues Übernachtungshoch in Deutschland verzeichnet: 411,8 Mio. (+1,1% seit 2012)
  • Noch nie mehr Urlaubsreisen als 2013: rund 78% der deutschen Bevölkerung (über 14 J.) unternahm eine Urlaubsreise (5 Tage und länger)
  • Gesamtausgaben für Urlaubsreisen mit € 64 Mrd. so hoch wie nie, aber die Ausgaben pro Person und Reise sinken erstmals seit 2009 leicht
  • Die durchschnittliche Urlaubsreisezeit (Reisen ab 5 Tage Dauer) der Deutschen geht weiter zurück: 12,4 Tage (2012: 12,6 Tage)
  • Die Top 5 der Urlaubsreiseziele zeigt sich zum Vorjahr unverändert: Deutschland (30%), Spanien (12,6%), Italien (7,6%), Türkei (7,4%), Österreich (5,9%).
  • Die Top 5 der Inlandsreiseziele wird auch 2013 wieder von Bayern (6,0%), Mecklenburg-Vorpommern (5,9%), Schleswig-Holstein (4,1%), Niedersachen (3,8%), und Baden-Württemberg (2,5%) dominiert.
  • Die beliebtesten Feriengebiete Deutschlands bleiben die Küsten- und die süddeutschen Ferienregionen
  • Bei der Unterkunftwahl im In- und Ausland werden Hotels deutlich bevorzugt; im Inland sind jedoch Ferienhäuser und –wohnungen etwas beliebter
  • Wussten Sie, dass sich 2013 rund 90%  aller Customer Journeys von deutschen Reisenden (auch) online abspielten?

Für weitere interessante Facts zum Thema Ferienhotellerie empfehlen wir Ihnen einen Blick in unseren Beitrag! Diesen können Sie für alle spannenden Details hier vollständig downloaden: Cost und Logis: Check Up 2014 von hcb

P.S.: Außerdem im Artikel zu finden: die Top 20 der größten Ferienhotelanbieter in Deutschland!

 

Wellness im Hotel – Trendfeld? Cash cow? Profitcenter?

Erinnern Sie sich? Vor einigen Monaten haben wir Sie gebeten, an einer Umfrage zu den Anforderungen potentieller Gäste an Wellnessbereiche in Ferien-, Stadt- und Wellnesshotels in Deutschland teilzunehmen. Zu diesem spannenden Thema schrieb unsere ehemalige Praktikantin Miriam Ryppa ihre Bachelorarbeit – wir freuen uns, Ihnen heute einige ausgewählte Ergebnisse präsentieren zu dürfen!

Mit einer jährlichen Wachstumsrate von 3.9% kann die Wellness-Industrie als aufstrebender Markt bezeichnet werden – obgleich oft geprägt durch austauschbare Produkte und ausgeprägten Wettbewerb. Innerhalb Deutschlands Bundesländern sind Hotels mit Wellness-Einrichtungen sehr unterschiedlich vertreten, mit Bayern an der Spitze:

Wellnesshotels in Deutschland (hcb)

Doch welche Zielgruppen können mit Wellness-Konzepten angesprochen werden? Und vor allem, wie groß ist der Markt in Deutschland wirklich?

Hierzu untersuchte Miriam den Markt unter anderen nach psychografischen Merkmalen mithilfe der Sinus Milieus. Fünf von zehn Milieus, welche Wellness-Aktivitäten bereits in Ihren Alltag integrieren, wurden genauer unter die Lupe genommen:

Sinus Milieus_Ryppa (hcb)

Deutlich machte die Untersuchung auch, dass sich die Anforderungen an Wellnessbereiche zwischen der Ferien-, Stadt- und Wellnesshotels von Konzept zu Konzept unterscheiden. Dennoch konnte Miriam Erfolgsfaktoren identifizieren, die allgemein gültig anwendbar sind:

  • Schaffen eines Erlebnisraums in Kombination mit spezialisierten Angeboten
  • zeitgemäßes Design
  • eine ganzheitliche Herangehensweise an das Konzept und die Ausstattung im Wellness-Bereich
  • Fokus auf nachhaltige Wellness-Anwendungen
  • Miteinbeziehung der Trends „Zurück zu den Wurzeln“ und Work-Life-Balance
  • deutlich großzügigere Zimmergrößen (qm²) zur optimalen Entspannung
  • ausgefeiltes Lichtkonzept (zum „Wohlfühlen“)
  • Investition in qualifiziertes Personal

Spannende Ergebnisse, für welche wir Miriam danken!

Grafische Darstellung: hcb 

Quellen: The Relax Guide, 2013; Sinus Institut, 2013

 

Das Urlaubsreiseverhalten der Deutschen 2013

Pünktlich zur ITB gab es wieder eine Menge neue Analysen zum Urlaubsreiseverhalten der Deutschen im vergangenen Jahr. Einige der interessantesten Daten haben wir hier einmal grafisch für Sie zusammengetragen…

DAS URLAUBSREISEVERHALTEN DER DEUTSCHEN IN 2013:

Die Aussichten für 2014 sind übrigens fantastisch: Laut Experten soll es ein Rekordreisejahr werden – rund 55% der Deutschen hatten bereits Anfang März ganz feste Reiseabsichten.

Grafische Darstellung: hcb
Quellen: “RA ReiseAnalyse 2014″ der Forschungsgemeinschaft Urlaub und Reisen e.V. (FUR); “Tourismusanalyse 2014″ der Stiftung für Zunkunftsfragen; “Tourismusindex 2014″ des Bundesverbands der Deutschen Tourismuswirtschaft (BTW); Studie “Das Reiseverhalten der Deutschen” des Bundesministeriums für Wirtschaft und Technologie; Kreuzfahrtstudie des Deutschen Reiseverbandes und der Cruise Lines International Association Deutschland (CLIA)

 

 

Ein erster Blick auf die Berliner Tourismuszahlen 2013

Noch sind die Daten für Dezember (und somit das gesamte Jahr 2013) zwar nicht verfügbar, aber schon jetzt steht fest, dass Berlin ein erfolgreiches touristisches Jahr hinter sich hat. Insgesamt 24,95 Millionen Übernachtungen zählte die Metropole von Januar bis November – die Jahresmarke von 2012 (24,89 Millionen) wurde damit bereits zu diesem Zeitpunkt leicht überschritten. Der Anteil der Übernachtungen durch ausländische Gäste betrug dabei 42,6% (2012: 42,5%).

Die Hotellerie mit ihren 640 Betrieben und knapp 111.000 Betten verzeichnete in den ersten elf Monaten 2013 mit 21,05 Millionen Übernachtungen gar ein Plus von 9,3% gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Die Bettenauslastung lag gleichzeitig bei guten 57,8%.

Insgesamt standen den Berlin-Besuchern im November übrigens 132.000 Betten in 790 Betrieben zur Verfügung; bis 2020 soll die Bettenanzahl auf 160.000 steigen, die Prognose hinsichtlich der Übernachtungen liegt bei etwa 30,0 Millionen. Hört sich zunächst einmal nicht schlecht an. Aber werfen wir doch mal kurz einen Blick auf die bei Touristen beliebtesten europäischen Nachbarn: London verfügte in 2012 über 165.000 Betten und verzeichnete 48,0 Millionen Übernachtungen; Paris konnte zur gleichen Zeit mit 128.000 Betten rund 36,9 Millionen Übernachtungen vorweisen. Fällt Ihnen etwas auf? Bei diesem Vergleich kann die deutsche Hauptstadt leider (noch?) nicht mithalten!

Dennoch ist Berlin bei (internationalen) Investoren und Hotelgesellschaften sehr beliebt. Stadtweit befinden sich laut einem aktuellen „Die Welt“-Artikel derzeit 45 Hotels in Planung. Selbst, wenn man von nur 80 Zimmern je Hotel ausginge, würde dies einen Zuwachs um weitere ca. 72.000 Betten bedeuten! Übersetzt heißt das vor dem Hintergrund der obigen Zahlen dann wohl: Wer von den vorhandenen (alten) Betrieben nicht mit einem ausgereiften Konzept dagegenhalten kann, der wird ganz einfach (von den neuen) verdrängt. So zumindest die Theorie, ohne konkrete Zahlen zu kennen. Interessant wäre in diesem Zusammenhang nämlich eine reale Gegenüberstellung der Gewerbeanmeldungen und -abmeldungen in der Hotellerie. Leider weisen vorhandene Statistiken hierzu nur allgemeine Daten für die Sparte „Beherbergung“ ohne genauere Unterteilung in Untergruppen oder gar Hotelkategorien aus. Aber aus den vorhandenen Daten lässt sich zumindest ablesen, dass die Anzahl der Anmeldungen in den letzten Jahren immer weiter gestiegen ist, während gleichzeitig auch die der Abmeldungen laufend zunahm.

In der Tourismusstatistik von November wiederum steht es schwarz auf weiß: Berliner Gasthöfe hatten es in den ersten elf Monaten 2013 nicht einfach. Als einzige Einheit der Sparte „Hotellerie“ mussten sie ein dickes Minus von 9,3% Übernachtungen in Kauf nehmen. Insbesondere die ausländischen Gäste blieben hier aus (-39,0%). Aber vielleicht sind diese auch nicht zu neuen Hotels/Hotels Garnis, sondern zu den zahlreichen privaten Unterkünften abgewandert, die man so einfach über Airbnb & Co. buchen kann?

Denn neben den neuen/geplanten Hotels stellen diese Privattourismus-Portale für so manchen kleineren (und nicht einer Marke zugehörigen) Marktteilnehmer offenbar eine zusätzliche Bedrohung dar. Das im November verabschiedete Zweckentfremdungsgesetz wird daran vorerst kaum etwas ändern; zum einen lässt es eine zweijährige Übergangsphase zu, und zum anderen wird man gegen gelegentliche Sharing Economy-Angebote nicht vorgehen. Vielleicht besteht die Chance für die kleinen, privaten Beherbergungsbetriebe aber auch genau darin, sich ein Beispiel an jenen attraktiven Airbnb & Co.-Angeboten zu nehmen und den Staub abzuklopfen!

Fakt ist, der Tourismus in Berlin ist weiterhin insgesamt auf einem aufsteigenden Ast und auch in diesem Jahr sicher wieder die eine oder andere Story im hcb blog wert. Wir halten Sie gerne auf dem Laufenden und warten gespannt auf die Jahresendergebnisse 2013!

Deutschland altert – die Reisenden auch!

Es ist lange keine Neuigkeit mehr, dass Deutschlands Bevölkerung immer älter wird (wie die der meisten Länder der westlichen Welt). Und doch gibt es einem zu denken, wenn man die Zahlen schwarz auf weiß sieht.

Die aktuelle Generation der über 50-Jährigen umfasst derzeit rund 32 Millionen Menschen in Deutschland. Die Zahl der über 65-Jährigen ist in den letzten 20 Jahren von rund 12 Millionen um 38% auf 16,6 Millionen angewachsen.

Das Pestel-Instituts hat anhand von Daten des Statistischen Bundesamtes eine Erhebung durchgeführt und dabei den sogenannten “Altenquotient” berechnet. Dieser gibt das Verhältnis der Anzahl älterer Menschen (über 65) zur Anzahl jüngerer Menschen (15 bis 65) an. Ein Wert von 20 bedeutet, dass 20 Älteren 100 Jüngere gegenüberstehen. Der Berechnung zufolge ergibt sich für Mecklenburg-Vorpommern beispielsweise ein Wert von 35 in 2011 und von 85 (!) in 2035. Insbesondere in den östlichen Bundesländern scheint der Altenquotient bis 2035 erheblich zuzunehmen.

Welche Schlüsse lassen sich für den Tourismus ziehen?

Es klingt banal, aber man kann es nicht oft genug wiederholen: In Zukunft wird es mehr ältere Reisende geben! Laut der Forschungsgemeinschaft Urlaub und Reisen e.V. (FUR) ergibt sich bis 2025 eine Steigerung der Urlaubsreisen von +35% bei den 60- bis 64-Jährigen, von +47% bei den 65- bis 69-Jährigen und von +39% bei den 75-Jährigen und Älteren. Übrigens sollen die über 65-Jährigen in 2026 schätzungsweise über die Hälfte des Gesamtvermögens der Bevölkerung verfügen.
Fest steht, dass diese Gruppe bereits jetzt zu den erfahrenen Reisenden gehört, den genuss-, konsum- und innovationsfreudigen Genießern, die kritisch und anspruchsvoll sind; sie investieren gerne in ihr Wohlbefinden und wissen meist, was “Trend” ist. Und: Sie reisen allein oder aber mit ihren Enkeln und im generationenübergreifenden Familienverbund – daher freuen sie sich über größere Zimmer oder intelligente, neue Zimmerkonzepte…

Fazit: Es wird Zeit, das Angebot für diese Zielgruppe entsprechend auszubauen – schließlich kann man sie kaum ignorieren!

P.S. Einige gute Angebotsbeispiele und weitere Informationen zur Generation der “Baby Boomers” gibt es übrigens in diesem Artikel:
“Boomers represent an untapped niche market” (Verlinkung zu “Hotel News Now”)

Auf Wiedersehen, Sommer! Willkommen, Herbst!

Der offizielle Herbstanfang ist zwar noch ein paar Tage hin, aber man spürt ihn bereits. Die Temperaturen sinken, der Wind bläst, man kramt so langsam die dickeren Pullover aus dem Schrank hervor und schickt die Flip Flops in den Winterschlaf.

Ganz offensichtlich ist der Sommer vorbei. Dafür war er dieses Jahr besonders schön, finden wir!

Die deutsche Reisebranche dürfte das ähnlich sehen.
Im eher regenreichen Juni wurde zwar insgesamt ein Minus von 1,6% bei den Übernachtungen gegenüber dem Vorjahreszeitraum registriert, aber der Incoming-Tourismus legte dabei um 2,8% zu. Im Juli gab es dann wieder ein Gesamt-Übernachtungsplus von 4%, inklusive einem Anstieg der Übernachtungen von Gästen aus dem Ausland um ebenfalls 4%. Der August wird voraussichtlich mit einem ähnlichen Ergebnis aufwarten; insgesamt also ein erfreuliches Sommerergebnis!

Aber auch die ersten Monate des Jahres liefen für den deutschen Tourismus sehr gut. Nach drei Rekordjahren in Folge darf man bereits auf das nächste spekulieren: von Januar bis Juli 2013 kletterte die Zahl der Gäste-Übernachtungen um immerhin 1% auf 231,3 Millionen. Davon entfielen 17,3% auf ausländische Gäste, ein Übernachtungsplus von etwa 3% gegenüber dem Vorjahreszeitraum.

Von den Entwicklungen des Berliner Tourismus fangen wir an dieser Stelle besser gar nicht erst an zu schwärmen…! Die Hauptstadt bricht seit Jahren ständig ihre eigenen Rekorde. Und es sieht ganz danach aus, als wäre das in 2013 nicht anders. Nur so viel: in den ersten sieben Monaten gab es knapp 15 Millionen Übernachtungen, das heißt +8,4% mehr als zur gleichen Zeit in 2012!

Wir sind gespannt auf die nächsten Monate. Vielleicht haben wir ja Glück und es gibt einen goldenen Herbst, der uns den Übergang in die kalte Jahreszeit ein wenig verschönert!

Cost & Logis Check Up 2013: Analyse des Ferienhotelleriemarktes durch hcb

Ende Juni kam die diesjährige Check Up-Ausgabe der Fachzeitschrift Cost & Logis heraus, die einen umfassenden Überblick zum Hotelmarkt Deutschland liefert. Wie in 2012 übernahm hcb darin die Analyse des Ferienhotelmarktes.

Die Ergebnisse des Beitrags zusammengefasst:

  • Weiterhin positive Entwicklung bei den Übernachtungen in Deutschland, 2012 neuer Rekord mit 407,3 Mio., davon 16,9% durch ausländische Gäste; Tendenz 2013: steigend
  • Durchschnittliche Reisedauer der deutschen Urlauber: 12,3 Tage; Anzahl der Kurzurlaubsreisen wieder ein wenig gestiegen
  • Durchschnittliche Ausgaben je Urlaubsreise der deutschen Bevölkerung in 2012: 914 €
  • Top 5-Urlaubsreiseziele in 2012: Deutschland (31,0%), Spanien (13,0%), Italien (8,4%), Türkei (7,3%) und Österreich (5,5%)
  • Top-Inlandsreiseziele der Deutschen in 2012: Bayern (5,7%), Mecklenburg-Vorpommern (5,5%), Niedersachsen (4,4%), Schleswig-Holstein (4,3%) und Baden-Württemberg (3,1%)
  • Feriengebiete Deutschlands: Küstenregionen am beliebtesten, gefolgt von süddeutschen Destinationen
  • Kurzurlaube: etwa ein Drittel aller Urlaubsreisen zwischen zwei und vier Tagen Dauer sind Städtetrips!
  • Unterkunftwahl der deutschen Urlauber: bei Reisen ab 5 Tagen Dauer sind im Ausland Hotels, im Inland aber Ferienwohnungen/-häuser am beliebtesten; bei Kurzurlaubsreisen wird hingegen auch im Inland das Hotel bevorzugt
  • Einfluss des demografischen Wandels auf die Ferienhotellerie: die aktuelle Generation 50+, zu der momentan rund 32 Mio. Menschen gehören, fährt ein bis zweimal im Jahr für jeweils knapp zwei Wochen in den Urlaub; die sinkende Geburtenraten wird dazu führen, dass der Marktanteil von Urlaubsreisen mit Kindern langfristig weiter abnimmt (aktuell rund 18%).
  • Reisebegleitung: die Hälfte aller deutschen und ausländischen Gästen fährt mit dem Partner in den Deutschlandurlaub
  • Außerdem im Beitrag: die Top 20 größten Anbieter der deutschen Ferienhotellerie

Sie wollen mehr wissen? Den kompletten Beitrag können Sie hier bei Bedarf downloaden:
hcb-Beitrag zur Ferienhotellerie CheckUp-Ausgabe 2013 Cost + Logis

 

 

Follow

Erhalten Sie eine Nachricht bei jedem neuen Beitrag im hcb blog. (Datenschutzerklärung)

Join other followers: